Ötztaler Alpen

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Fineilspitze
 

Similaun

3606 m

 

Steckbrief: Charakteristik: aussichtsreiche Gletschertour
  Schwierigkeit: PD - ( Eis 30°/ Fels I ) 
  Ausgangspunkt, Talort: Vent 1894 m
Stützpunkt: Martin-Busch-Hütte  2501 m    bzw. Similaunhütte 3019 m 
  Höhenmeter: Hütte: 607 m (M.-B.-Htt.)/ Gipfel: 1105 m/ Insgesamt: 1712 m
  Zeit: Hütte: 2 std/ Gipfel: 4,5 std/ Aufstieg: 6,5 std/    Abstieg: 4,5 std
  Karte: DAV-Karten 30/1 Gurgl, 30/2 Weißkugel
  Highlight: überaus aussichtsreiche Tour in alle Richtungen der umliegenden Bergwelt, Tiefblick vom Marzellkamm auf den zerrissenen Marzellferner.
  Tourdaten: 11.- 12.07.06;  Andy + Matze
   
 

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Route:  
 

Vent (Parkplatz) - Martin-Busch-Hütte - Marzellkamm - Punkt 3149 m - Niederjochferner (Ostarm)- Westgrat - Similaun - Niederjochferner (Westarm) - Similaunhütte - Martin-Busch-Hütte - Vent (Parkplatz)

Vom Parkplatz (am Ortseingang -kostenpflichtig-, oder in der Ortsmitte) zunächst über die Venter Ache und der Straße nach rechts bis ans Ortsende folgen. Beim letzten Haus über den Niedertalbach und anschließend auf Steig-Nr. 923 taleinwärts. Nach gut einer Stunde in bequemer Steigung erreicht man eine Schäferhütte, 2230 m (keine Bewirtschaftung). Von hier weiter bergan, zuletzt nach rechts auf das Samoar, einem Plateau hoch über dem ehemaligen Zusammenfluss dreier Gletscher, auf dem die Martin-Busch-Hütte, 2501 m thront (Übernachtung).

Von der Hütte auf markiertem Steig südwestlich über den Niederjochbach, bei den nun folgenden zwei Wegverzweigungen (zum Marzellferner/ zur Hinteren Schwärze) jeweils rechts ab und in Serpentinen die Ostflanke des Marzellkamms hinauf, bis man den Kamm auf etwa 2800 m erreicht. Nun auf Steigspuren immer am breiten Gratrücken, unter gewaltigem Tiefblick auf den ca. 200 m tiefer liegenden Marzellferner, zum höchsten Punkt des Marzellkamms, 3149 m. Jenseits hinab in eine Scharte und wieder aufwärts bis sich schließlich der Marzellkamm unter dem Niederjochferner verliert, ca. 3180 m. Über den leicht welligen Gletscherrücken (Vorsicht Spalten!) hinauf in Richtung Westgrat, der auf ca. 3400 m betreten wird. Über den Grat unschwierig weiter zu einer schwach ausgeprägten Firnschulter und weiter über den kurzen Firngrat zum Gipfel, 3606 m.

Vom Gipfel zurück zur Stelle auf ca. 3400 m, wo wir den Westgrat betreten haben. Nun den Niederjochferner westwärts hinunter (Vorsicht Spalten!), bis zu einem Felsabsatz auf ca. 3200 m. Diesen auf Steigspuren hinab (bzw. den Felsabsatz auf dem Gletscher im Rechts-links-Bogen nördlich umgehen) und wieder im Eis auf die Similaunhütte, 3019 m zuhalten (Übernachtung, Anschlusstour zur Fineilspitze). Oder von der Similaunhütte direkt nach Norden über den Rand des hier flachen Niederjochferners hinab, bis man auf gut 2920 m den Steig zur Martin-Busch-Hütte erreicht. Auf der orographisch linken Talflanke des Niedertales zurück zur Martin-Busch-Hütte und weiter hinab nach Vent zum Parkplatz.

   
Beschreibung:

 

 

Die letzten Meter auf dem Weg zur Martin-Busch-Hütte: Foto vor der gewaltigen Seitenmoräne des Marzellferners. Links oben das Glestschertor des zerrissenen Mutmalferners.
     
 

Die Martin-Busch-Hütte vor dem Ausläufer des Marzellkammes. Der Weg führt ab der Hütte von rechts nach links um den Ausläufer herum und gewinnt den Marzellkamm später von der Ostseite her.
   
 

Sonnenaufgang auf dem Marzellkamm, ca. 2800 m.
   
 

Majestätisch erhebt sich unser Gipfelziel der Similaun über Marzellkamm und -ferner.
   
 

Der Steig führt nun stets auf Kammhöhe (unübersichtlich) von rechts nach links über den Marzellkamm. Nun kann man sich eigentlich gar nicht satt sehen an faszinierenden Blicken auf...
   
 

... die Marzellspitzen (rechts der Bildmitte) und die Hintere Schwärze mit ihrer eisgepanzerten Nordwand (links der Bildmitte) über dem gewaltigen Marzellferner, sowie auf...
   
 

... den Hauslabkogel über dem Sayferner (Bildmitte) und die Fineilspitze (links).
   
 

Aussichtsreiche Rast auf dem höchsten Punkt des Marzellkamms, 3149 m, vor den unteren Abschnitten von Ost- und Westarm des Niederjochferners. Direkt über Matze`s Kopf: die Similaunhütte, 3019 m im Niederjoch vor dem Hintergrund der Ortler Alpen (in der Vergrößerung zu erkennen).
   
 

Den Similaun immer im Blick, zunächst hinab in eine Scharte, bis schließlich der Marzellkamm...
   
 

... unter dem Niederjochferner verschwindet. Nun in mäßiger Steigung aufwärts. Achtung: trotz des relativ flachen Rückens und der vorhandenen Spur nicht leichtsinnig werden!
   
 

Es sind mehrere verdeckte Spalten zu überwinden (mind. drei größere Spalten im Mittelteil!). Dies war aufgrund der zuletzt durchgehend frostfreien Nächte z.T. heikel und wir spürten mehrmals Luft unter unseren Hufen...

Im Hintergrund der höchste Gipfel (Nord-) Tirols, die Wildspitze, 3770 m.

   
 

Die Schneestapferei zieht sich länger als gedacht. Im Bild die Firnschulter unter dem Gipfel des Similaun.
   
 

Schließlich wird der Westgrat auf ca. 3400 m betreten. Hier Rückblick von der Firnschulter, ca. 3540 m auf das obere Becken des Niederjochferners: unterhalb der Bildmitte ist eine 7-köpfige japanische Gruppe zu sehen, die sich unseren ständig mehr aufweichenden Anstiegsweg in Richtung Marzellkamm hinabkämpft. Markant im Hintergrund: Weißkugel (danach von links nach rechts) Langtauferer Spitze, Fineilspitze, Vernagl- und Hintereisspitzen, Fluchtkogel, ganz rechts der Gr. Vernagtferner.
   
 

Zuletzt über einen kurzen, unproblematischen Firngrat zum Gipfel.
 
 

Geschafft: am Gipfel des Similaun!
   
 

Zwischen Grafferner (rechts) und Marzellferner (links) ragen über dem vergletscherten Similaunjoch, 3349 m (unterhalb der Bildmitte) nacheinander die Marzellspitzen, Hintere Schwärze (rechts) und Mutmalspitze (links) auf. Im Hintergrund der Schalfkogelkamm.
   
 

Im Abstieg auf dem westl. Arm des Niederjochferners.
   
 

Rückblick vom Felsabsatz auf ca. 3200 m zum Similaun über dem oberen Becken des Niederjochferner.
   
 

Im Abstieg ist die Similaunhütte, 3019 m schnell erreicht. Es wird auch langsam Zeit für a paar zünftige Weißbier...

Für diejenigen, die nicht gleich wieder ins Tal wollen, bieten sich weitere Folgetouren an, z.B. Anschlusstour zur Fineilspitze.

   
   
 

Similaun

Vordere Ölgrubenspitze